Dies schreibt der Gault Millau über uns:

15   2 caps

Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
2 cutlery gutbürgerlich

Gastgeber Christine Heß
Küchenchef Michael Laus
Es war schon ein mutiges Unterfangen, hier in der tiefsten Oberpfalz ein solch avantgardistisches, Restaurant zu eröffnen und feinste, kreative Küche fernab von Schweinebraten und Kloß zu servieren. Dass Küchenchef Michael Laus echter Auerbacher ist, macht den Standort des reduziert-geschmackvoll eingerichteten kleinen Lokals direkt am Marktplatz gegenüber dem gotischen Rathaus plausibel. Das Heimweh trieb ihn in die ehemalige Bergbaustadt zurück, wo er seit 2012 mit Lebensgefährtin Christine Heß Spitzenküche ohne Gourmettempel-Gehabe und Schwellenangst verursachende hohe Menüpreise anbietet. Das Konzept ging auf, die Tische sind stets von einer bunt gemischten Klientel besetzt. Die Gäste kommen von nah und fern, Jung tafelt neben Alt, Gourmets neben Familien mit Kindern.
Alle sechs Wochen wechselt die Karte, natürlich spielt die Saison eine große Rolle, genauso wie die Regionalität. Das sehr gute Brot kommt aus einer kleinen Bäckerei in der Nähe, Wild aus heimischer Jagd und Obst sowie Gemüse gern auch aus den Gärten der Nachbarn. Ansonsten profitiert Laus von guten Beziehungen zu besten Lieferanten aus seiner Frankfurter Zeit, wo er lange in der Villa Merton kochte. Die prägt auch seinen ausgesprochen urbanen Küchenstil, der unaufgeregt und schnörkellos wirkt. Er passt zum unprätentiösen Ambiente.
Butterweichem gebratenem Pulpo genügt das exotisch fruchtige Parfüm von Mango, die cremige Textur von Papaya, der feinherbe Geschmack von grünem Spargel und der Crunch-Effekt von gerösteten Erdnüssen zum perfekten Auftritt. Beim à point gebratenen Lachsfilet mit knuspriger Haut sorgen wilder Brokkoli und Karotte für Farbe und Biss, Zitronengras und Ingwer für fernöstliche Assoziationen. Zum zart gebeizten Zitronensaibling gesellt sich ein schön angerichteter Salat aus verschiedenen Melonen und frischen Gartenkräutern sowie als verbindende Basis dezent scharfe Frischkäsecreme. Besonders beim jüngeren Publikum beliebt sind die mit Ricotta und Spinat gefüllten Ravioli mit feinem Parme­sanschaum und gerösteten Pinienkernen. Apropos Schaum: Der wird in allen Variationen inflationär eingesetzt. Nach knusprig in Tempurateig ausgebackener Softshell-Crab mit geschmorter Aubergine, Paprika und Zucchini erfreut man sich an zart-rosa gebratenem Kalbsrücken mit bunten, leicht karamellisierten Karotten verschiedener Couleur oder einem Short-Rib vom US-Beef, das ganze 48 Stunden bei 61° mürbe gegart und von famoser hausgemachter Teriyakisauce gewürzt wird.
Der saftige Mohnkuchen, den Heidelbeeren in verschiedenen Konsistenzen (Gelee, Eis und Natur) begleiten, ist eine Referenz an die thüringische Heimat von Christine Heß. Sie vollbringt als Seele des Hauses das kleine Wunder, ihren sehr professionellen Service dem jeweiligen Gast anzupassen. Sie nimmt dem Neuling die Angst vor großer Küche, weckt bei jungen und auch jüngsten Gästen kulinarische Entdeckerfreuden und empfiehlt souverän aus der Weinkarte mit fränkischem Schwerpunkt.